Logo der Nabaltec AG

Wir dürfen ein neues Mitglied im quer.kraft Innovationsverein willkommen heißen: die Nabaltec AG. Das in Schwandorf ansässige Unternehmen stellt umweltfreundliche und flammhemmende Füllstoffe und Spezialoxide her. Dr. Reiner Sauerwein (Bereichsleiter Entwicklung & Anwendungstechnik) sieht Forschung und Entwicklung als Kernkompetenz des Unternehmens, da F&E-Aktivitäten immer wieder innovative Impulse zur Optimierung von Produkten und Kundenprozessen liefern. Damit ihr unser neues Mitglied besser kennenlernt, haben wir Herr Sauernwein ein paar Fragen gestellt.

Nabaltec gehört mittlerweile zum 11. Mal zu den 100 innovativsten Unternehmen im deutschen Mittelstand. Was macht euch im Bereich Innovation so erfolgreich?

Ich denke es ist insbesondere die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden, die es uns ermöglicht sehr zeitnah auf deren Bedürfnisse zu reagieren und Entwicklungsaufgaben, die sich beim Kunden stellen, auf unsere Produktentwicklung zu übertragen. Nicht nur unsere Anwendungstechniker, sondern auch alle unsere Vertriebsaußendienstmitarbeiter verstehen die Produkte und die Anwendungen unserer Kunden. Jeder Produktentwickler ist gleichzeitig Anwendungstechniker und jede Produktneuentwicklung läuft in enger Verzahnung mit der Verfahrensentwicklung und der Produktion. Bereichsübergreifende Teamarbeit ist bei uns gelebte Praxis.
Um auch Trends über unsere Bestandsanwendungen hinaus erfassen und einordnen zu können, bedienen wir uns bei Angeboten von kommerziellen Anbietern. Desweitern veranstalten wir interne, fachbereichsübergreifende Technologieseminare, bei denen wir anhand identifizierter Megatrends zukünftige, potenzielle Entwicklungsfelder definieren. Mit ausgewählten Key-Accounts und Vertretungen stellen wir diese Ergebnisse dann zur Diskussion und gleichen sie mit deren Perspektive ab.

Inwieweit werden die Mitarbeiter aktiv in die Ideenentwicklung und Umsetzung miteingebunden?

Es gibt zwei formalisierte Prozesse über die wir die Ideen unserer Mitarbeiter einfließen lassen. Zum einen gibt es die Nabaltec-Ideenbörse, um Verbesserungsvorschläge operativer Art aus den kaufmännischen und den technischen, insbesondere produktionsnahen Bereichen, abzufragen. In diesem betrieblichen Verbesserungsvorschlagwesen werden die Vorschläge gesammelt und von Fachkollegen geprüft bzw. durch deren Unterstützung gegebenenfalls weiter präzisiert, um sie umsetzungsreif zu machen. In unserer Innovationsmanagement-Datenbank werden neue Vorhaben zur Produkt- und Anwendungs-, Verfahrens- und Methodenentwicklung, aber auch Vorhaben zur Infrastruktur oder auch neue Ansätze zur Marktbearbeitung zunächst als Idee eingereicht. Auch hier ist ein Bewertungsprozess durch die jeweils verantwortliche Bereichsleitung vorgesehen. Im Positivfall wird die Idee zum Vorhaben in Antrag. Je nach Umfang bzw. Aufwand, können Vorhaben unmittelbar in den operativen Vorhabenplan aufgenommen und gestartet werden, oder werden im Rahmen des Strategieprozesses in die Budget- und Terminplanung aufgenommen und priorisiert. Aufgrund der starken Fachbezogenheit werden die meisten Vorhaben-Ideen aus den verantwortlichen Fachabteilungen eingereicht.

Ideen aus dem betrieblichen Vorschlagswesen, welche ein großes Potenzial auch für das Vorhaben- und Projektportfolio der Nabaltec haben, werden vom Gremium zur Fortführung im Rahmen des Innovationsmanagements vorgeschlagen. Damit stellen wir eine Verzahnung der beiden Prozesse sicher.

Wie werden neue und innovative Ansätze aus der Forschung bei euch im Unternehmen umgesetzt?

Wir sind in vielen projektbegleitenden Ausschüssen der IGF (Industrielle Gemeinschaftsforschung) vertreten. Darüber lernen wir viel zu den aktuellen Forschungsthemen der ausführenden Institute, und halten uns insbesondere zu neuen Methoden auf dem Laufenden. Wir bieten regelmäßig Themen für Bachelor und Masterarbeiten an, die insbesondere von Studenten der Hochschulen im regionalen Umfeld genutzt werden (Regensburg, Amberg-Weiden, Nürnberg). Dabei lernen wir sehr gerne vom Input der Studenten und den begleitenden Lehrstühlen. Nabaltec finanziert auch hin und wieder Master und Promotionsarbeiten, die an den Forschungsinstitutionen selbst durchgeführt werden. Natürlich nehmen wir auch an Entwicklungskonsortien von Förderprojekten teil, prüfen hier aber Aufwand gegen Nutzen kritisch, da unsere Erfahrung bei derartigen Projekten eher geteilt ist.

Vor welchen zukünftigen Herausforderungen steht Nabaltec aus deiner Sicht?

Mit der Inbetriebnahme eines zweiten Produktionsstandortes in den USA und der Etablierung eigenständiger Vertriebsgesellschaften in Japan, China und den USA hat Nabaltec eine deutlich globalere Ausrichtung erfahren. Wir vertreiben unserer Produkte natürlich seit vielen Jahren weltweit, aber die Steuerung unserer Töchter stellt uns vor neue Herausforderungen. Wir möchten natürlich sichergehen, dass die Einbindung der Mitarbeiter in die oben beschriebenen Prozesse auch an den neuen Standorten erfolgt. Natürlich werden wir hierzu auch unsere Prozesse hinterfragen und adaptieren müssen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir den Vorteil lokaler Präsenz dazu nutzen um kompetent und noch schneller auf die wechselnden Anforderungen unserer Kunden reagieren können. Essentiell ist dabei eine effiziente bereichs- und standortübergreifende Kommunikation.

Die globale Harmonisierung unserer Softwaretools und die Digitalisierung von Prozessen sind stark verzahnt mit den oben beschriebenen Aufgaben. Darüber hinaus ist der Einfluss der Digitalisierung auf unsere Geschäftsmodelle eine Herausforderung, die auch uns als Rohstofflieferant trifft.

Auf der Marktseite ist unsere größte Herausforderung und Chance die E-Mobilität. Wir sind hier mit Produkten in der Lithiumionenbatterie vertreten. Die Befriedigung stark steigender Bedarfe durch intelligente Investitionsentscheidungen bei gleichzeitig ständig steigenden technischen Anforderungen und damit einhergehend, der fortlaufenden Einführung neuer Produktgenerationen, ist ein Spagat den wir beherrschen müssen.

Eine persönliche Frage zum Schluss: Was heißt Innovation für dich?

In meiner beruflichen, ergebnisbezogenen Funktion sehe ich Innovation in erster Linie als Summe aus Invention und Markterfolg. Wichtig ist mir persönlich eine offene, aber schon auch kritische Grundeinstellung für Neues und die damit einhergehende Bereitschaft für Veränderungen. Diese Grundeinstellung muss sich durch die gesamte Organisation ziehen und sie muss außerdem von einer guten Streitkultur begleitet sein. Auch das steht für Innovation und zeichnet uns als Firma aus.

Wir bedanken uns für das Interview und heißen Nabaltec nochmal ganz herzlich willkommen!

Bei weiteren Fragen oder für genauere Informationen, kann gerne die Geschäftsstelle kontaktiert werden, die Ihnen den Kontakt zu Dr. Reiner Sauerwein vermittelt.

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