Wissenschaftlicher Beitrag 46. Best Practice

quer.krafts 46. Best Practice steht in den Startlöschern. Aus diesem Grund freuen wir uns, euch eine unserer spannenden Speaker vorstellen zu dürfen: Theresa Wöllner. Theresa wird zusammen mit unserem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Alexander Brem den wissenschaftlichen Beitrag zum Thema „Ideenmanagement: Erfolgsfaktoren und Mitarbeiterperspektive“ halten. Hierbei wird Alexander über die Erfolgsfaktoren und Theresa über die Mitarbeiterperspektive präsentieren. Damit auch ihr ein wenig mehr über Theresa und ihren Vortrag erfahrt, haben wir euch hier ein kleinen Interview mit ihr mitgebracht.

Das Interview

Frage 1: Theresa, erzähl uns doch ein bisschen über dich! Wo kommst du her? Was machst du? Und wie kam es dazu, dass du wissenschaftlichen Input bei unserer kommenden Best Practice lieferst?

Erstmal noch vielen Dank für die Möglichkeit, bei der Best Practice vortragen zu dürfen. Ich freue mich schon sehr auf das Treffen und den Austausch.

Ursprünglich komme ich aus dem schönen Thüringen und bin vor 8 Jahren für das Studium nach Franken gezogen. Dort habe ich an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowohl meinen Bachelor- als auch meinen Masterabschluss gemacht und arbeite hier nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Technologiemanagement. Gleichzeitig bin ich als Innovationsmanagerin beim Bautechnologiekonzern STRABAG tätig.

Seit letztem Jahr bin ich zudem externe Doktorandin am Institut für Entrepreneurship und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart bei Prof. Dr. Alexander Brem, der zuvor Inhaber des Lehrstuhls an der FAU war. Über ihn kam dann auch der Kontakt zu quer.kraft zustande. Im Zuge dessen hatte ich bereits die Gelegenheit an mehreren Jahrestagungen teilzunehmen.

Meine akademische Forschung konzentriert sich auf Front End Innovation und Ideenmanagement im digitalen Zeitalter. In aktuellen Projekten untersuchen wir unter anderem, wie sich die Einführung eines Ideenmanagementsystems auf die Mitarbeiter eines Unternehmens auswirkt und welche Faktoren zum Erfolg oder Misserfolg eines solchen Systems beitragen.

Frage 2: Bei der 46. Best Practice bei Zollner dreht sich alles rund um das Thema Digitale Transformation, unter anderem auch im Ideenmanagement. Wieso ist es wichtig das Ideenmanagement digital zu gestalten? Was ist deine Meinung dazu?

Wie in allen anderen Unternehmensbereichen auch, bietet die Überführung des Ideenmanagementprozesses auf eine digitale Plattform durch zielgerichtete und geeignete Maßnahmen ein hohes Verbesserungspotential und dadurch können sowohl die Erfolgschancen sowie die Wirtschaftlichkeit des Ideenmanagements verbessert werden. Ein digitales Ideenmanagement kann beispielsweise die räumlich und zeitlich verteilte Zusammenarbeit und Weiterentwicklung von Ideen unterstützen, die Relevanz hierfür hat sich insbesondere durch die Corona-Pandemie nochmals erhöht. Außerdem können sich die Teilnehmer untereinander vernetzen, es kann einen schnellen Zugang zu relevanten Informationen gewährleisten oder dazu beitragen, den gesamten Prozess zu vereinfachen und transparent zu kommunizieren.

Frage 3: Bei der Bewertung des Ideenmanagements stehen primär die harten Fakten (wie z.B. Profit und Finanzen) im Vordergrund. Wieso ist das so und wieso sind deiner Meinung nach auch die Soft Facts so enorm wichtig?

Das stimmt, der Einsatz eines Ideenmanagementsystems wird häufig damit begründet, dass es ein ideales Instrument zur Optimierung von Produkten und Prozessen und zur Förderung von Innovationen ist. Eingereichte Ideen sollen dabei helfen Kosten zu senken, Zeit zu sparen, Ressourcen zu schonen und neue Impulse in den frühen Phasen des Innovationsprozesses zu setzen. Der Erfolg des Ideenmanagements wird daher häufig an ideenprozessspezifischen quantifizierbaren Größen wie der Anzahl der vorgeschlagenen Ideen und der Umsetzungsquote oder an Ergebniskennzahlen wie den Einsparungen von Kosten und den durch die Ideen generierten Umsatz gemessen. Die Auswirkungen eines Ideenmanagementsystems auf die Ideengebenden selbst, den Mitarbeitenden, werden jedoch meist vernachlässigt und bleiben bei der Beurteilung des Erfolgs oder Misserfolgs eines solchen Systems leider immer noch weitgehend unbeachtet.

Tatsächlich kann sich der Einsatz eines Ideenmanagementsystem auch positiv auf die Mitarbeitenden und die Unternehmenskultur selbst auswirken. So ermöglicht es den Beschäftigten beispielsweise, sich an der Gestaltung ihrer Arbeitsprozesse und -umgebung zu beteiligen und stärker als zuvor ins Unternehmensgeschehen mit eingebunden zu werden. Durch Anerkennungen (z.B. materielle oder immaterielle Prämien) kann zudem die Motivation der Mitarbeitenden, ihre Zufriedenheit und die Identifikation mit dem Unternehmen gesteigert werden. „Richtig“ eingesetzt kann ein Ideenmanagement dadurch kulturelle Barrieren abbauen, das Arbeitsklima verbessen und zu einer innovativen und offenen Unternehmenskultur beitragen.

Frage 4: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Was heißt für dich innovativ sein?

Für mich bedeutet innovativ zu sein nicht einfach nur sich kreativ auszuleben und neue und nützliche Ideen zu haben, sondern diese auch umzusetzen und anzuwenden, um einen echten Mehrwert zu schaffen. Dabei ist es egal, ob diese Einfälle groß oder klein, disruptiv oder inkrementell sind. Die Kreativität, also die Fähigkeit, neue und nützliche Ideen zu generieren, ist essentiell hierfür und gleichzeitig der Ausgangspunkt der Innovation – aber solange diese nicht angewandt und skaliert werden, bleiben sie für mich „nur“ Ideen.

 

Wir danken Theresa ganz herzlich für das Interview und freuen uns auf ihren wissenschaftlichen Input an unserer Best Practice Veranstaltung 🎓

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